6. Wissenschaftspreis der GRPG

 

Pressemeldung

Der 6. Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen (GRPG) wurde bei der Mitgliederversammlung der GRPG am 12. Januar 2002 in Köln an Kenneth Achu, Göttingen für seine Dissertation "Die Grundsätze der Arzthaftpflichtversicherung unter besonderer Betrachtung des Patientenschutzes in Deutschland und Kamerun" sowie an Henrik Brinkmann, Gütersloh für seine Dissertation "Ist Wohlfahrt drin, wo Wohlfahrt draufsteht? Eine ökonomische Analyse des deutschen Marktes für Rettungsdienstleistungen" übergeben.

Der Wissenschaftspreis der GRPG ist mit 10 000 DM dotiert und wurde von Lilly Deutschland gesponsert. Er wurde zu gleichen Teilen an die beiden Preisträger verliehen. Die GRPG hat sich die Förderung des interdisziplinären Austausches und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung auf den verschiedenen Gebieten des Gesundheits- und Sozialrechtes aber auch im Bereich der Gesundheits- und Sozialpolitik zum Ziel gesetzt.


Kenneth Achu hat in seiner Arbeit die Arzthaftpflichtversicherung nach deutschem und kamerunischem Recht unter dem Blickwinkel des Patientenschutzes untersucht und kommt dabei zu dem Ergebnis, daß in beiden Rechtsordnungen Schutzdefizite bestehen. So fordert er für das deutsche Recht die Einführung einer umfassenden Pflichtversicherung der Ärzte, um den Patienten den Schutz durch die Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetzes über die Pflichtversicherung zu erschließen. Außerdem sollten nach seiner Ansicht Patienten einen Direktanspruch gegen den Haftpflichtversicherer des Arztes haben.


Henrik Brinkmann legt mit seiner Arbeit eine ökonomische Analyse des deutschen Marktes für Rettungsdienstleistungen vor. Dabei weist er dem deutschen Rettungswesen eine erhebliche Verschwendung von Ressourcen nach: Der gesetzliche Standard hätte im Durchschnitt der untersuchten Bundesländer mit einem um 25 Prozent reduzierten Budget produziert werden können. Allerdings ist der Grad der Verschwendung nicht in allen Bundesländern gleich hoch. Länder mit einer relativ schlechten Marktordnung weisen auch einen höheren Grad an Ressourcenverschwendung auf. Als Ergebnis seiner Analyse fordert Brinkmann eine wesentlich aktivere und vor allem unparteiische Regulierungstätigkeit der staatlichen Rettungsdienstverantwortlichen auf Landes- und Kreisebene. Ein guter Einstieg wären nach Brinkmanns Ansicht eine Zentralisierung der Regulierung auf Landesebene sowie Verhandlungen über die Preise zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen. Mindestvoraussetzung für jede Form von Regulierung sei jedoch mehr Transparenz im Rettungsdienst durch die Einführung einer für alle Beteiligten verbindlichen, mit anderen Kreisen und Bundesländern vergleichbaren Rechnungslegung.


Zur Person der Preisträger:

Kenneth Achu ist in Kamerun geboren und hat in Göttingen Rechtswissenschaften studiert. Derzeit ist er bei der Konrad-Adenauer-Stiftung tätig.

 

Henrik Brinkmann wurde am 6. August 1968 in Unna, Nordrhein-Westfalen geboren und lebt jetzt in Bielefeld.
Derzeit ist er Referent im Bereich Wirtschaft bei der 
Bertelsmann Stiftung in Gütersloh.