4. Wissenschaftspreis der GRPG

Pressemeldung

Verleihung des 4. Wissenschaftspreises der GRPG

Dresden, 15. Januar 2000 - Der 4. Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen (GRPG) wird bei der Mitgliederversammlung der GRPG am 15. Januar 2000 in Dresden an Jonela Hoxhaj, München, für ihre Dissertation "Quo vadis Medizintechnikhaftung? Arzt-, Krankenhaus- und Herstellerhaftung für den Einsatz von Medizinprodukten" übergeben.

Die Frage der Medizinprodukthaftung wird nach der Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren in der forensischen Praxis noch erheblich an Bedeutung gewinnen. Mit ihrer Promotionsarbeit legt Hoxhaj erstmals eine aktuelle, umfassende und kritische Bestandsaufnahme des Rechts der Medizintechnikhaftung vor, die nicht nur für die Hersteller von Medizinprodukten, sondern auch für die alltägliche Praxis von Ärzten und Krankenhäusern von Relevanz ist. So spielen vertragliche, außervertragliche und deliktsrechtliche Anspruchsgründe sowie die Frage der Beweislast im Medizinbetrieb eine besondere Rolle. An die Beachtung von Sorgfaltspflichten beim Einsatz von Technik in der Medizin werden deshalb besonders hohe Anforderungen gestellt. Hoxhaj erörtert in ihrer Arbeit in diesem Zusammenhang auch Probleme, die dem Arzt oder dem Krankenhausträger entstehen können, wenn neueste Medizintechnik etwa aus ökonomischen Gründen nicht eingesetzt wird.

Im einem zweiten Teil der Dissertationsschrift wird die Haftung des Medizinprodukte-Herstellers untersucht und dabei auch erörtert, ob und inwieweit Ärzte und Krankenhäuser als Hersteller im Sinne der Produkthaftung angesehen werden können. Die Autorin gibt dabei gelegentlich auch Einblicke in die Regelung von Haftungsfragen beim Einsatz von Medizinprodukten im Ausland, insbesondere in den USA. In einem dritten Teil schließlich diskutiert Hoxhaj, ob es eine Gefährdungshaftung für den Einsatz von Medizintechnik geben sollte.

Der Wissenschaftspreis der GRPG ist mit 10 000 DM dotiert und wird von Lilly Deutschland gesponsert. Der Preis wird bevorzugt an Nachwuchswissenschaftler vergeben, wobei das Thema der Arbeit den Zielen der GRPG entsprechen soll. Die Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen hat sich die Förderung des interdisziplinären Austausches und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung auf den verschiedenen Gebieten des Gesundheits- und Sozialrechtes, aber auch im Bereich der Gesundheits- und Sozialpolitik zum Ziel gesetzt. Durch eine Vertiefung rechtlicher, volkswirtschaftlicher, ethischer und medizinischer Gesichtspunkte will die GRPG zu einer Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses im Gesundheitswesen beitragen.

Zur Person der Preisträgerin:

Jonela Hoxhaj wurde am 7. August 1974 in Tirana/Albanien geboren und lebt jetzt in München. An der Universität Tirana hat sie von 1992 bis 1996 Rechtswissenschaften studiert und 1997 an der Universität Göttingen den Magisterstudiengang an der Juristischen Fakultät mit Auszeichnung abgeschlossen. Ihre Promotion zum Thema "Quo vadis Medizintechnikhaftung? Arzt-, Krankenhaus- und Herstellerhaftung für den Einsatz von Medizinprodukten" am Lehrstuhl für Arzt- und Arzneimittelrecht der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen schloss sie im August 1999 mit der Note "summa cum laude" ab.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Jürgen Stoschek (Pressesprecher der GRPG), Wildmoosstraße 3,
83219 Starnberg, Tel.: 08151/72232, Fax: 08151/72435