3. Wissenschaftspreis der GRPG

Pressemeldung

Der 3. Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen e.V. (GRPG) wurde in Berlin an Heike Wachenhausen, Universität Göttingen, für ihre Arbeit „Medizinische Versuche und klinische Prüfung an Einwilligungsunfähigen“ übergeben. 

Das Thema behandelt Fragestellungen, die angesichts der zahllosen Forschungsaktivitäten in der Biomedizin immer häufiger auftreten. Der von der Preisträgerin behandelte Spannungsbogen reicht von den Grundzügen der biomedizinischen Forschung am Menschen über die klinische Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten an Einwilligungsunfähigen über das Menschenrechtsübereinkommen zur Biomedizin bis hin zur Legitimation medizinischer Versuche an Einwilligungsunfähigen außerhalb der gesetzlich geregelten Bereiche.

Wachenhausen stellt in ihrer Arbeit u.a. dar, daß eine generelle gesetzliche Regelung zur biomedizinischen Forschung am (einwilligungsunfähigen) Menschen noch immer aussteht. Eine entsprechende Anwendung etwa der Grundprinzipien des Arzneimittelgesetzes (AMG) oder des Medizinproduktegesetzes (MPG) führe nur zur Irritation. 
In einem der letzten Kapital ihrer Arbeit hat die Preisträgerin Leitlinien für medizinische Versuche an Einwilligungsunfähigen entworfen, die nach Auffassung der Wissenschaftspreiskommission der GRPG und des externen Gutachters Prof. Dr. Gerhard Schlund, München Aufmerksamkeit bzw. Beachtung verdienen. Wachenhausen kommt zu dem Ergebnis, daß zumindest bei Demenzkranken und Alzheimer-Patienten eine Weiterentwicklung der Legitimationsmöglichkeiten notwendig erscheint.

Der Wissenschaftspreis der GRPG ist mit 10.000 DM dotiert und wird bevorzugt an Nachwuchswissenschaftler vergeben, wobei das Thema der Arbeit den Zielen der GRPG entsprechen soll. Die Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen hat sich die Förderung des interdisziplinären Austausches und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung auf den verschiedenen Gebieten des Gesundheits- und Sozialrechtes aber auch im Bereich der Gesundheits- und Sozialpolitik zum Ziel gesetzt. Durch eine Vertiefung rechtlicher, volkswirtschaftlicher, ethischer und medizinischer Gesichtspunkte will die GRPG zu einer Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses im Gesundheitswesen beitragen.